Sorghof

Die Geschichte von Sorghof. Mit freundlichen Unterstützung von Rudolf Weber

Sorghof liegt unmittelbar an der südlichen Grenze des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr und gehört seit 1. April 1971 zur Stadt Vilseck. (Luftbild aus BayernViewer)

 

Sorghof (Foto Laumer, Zauberhafte Heimat) ist eine noch sehr junge Siedlung im Vergleich zu allen anderen umliegenden Orten. Es wurde nämlich erst 1938 gegründet, als bei der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr über 3.500 Menschen (1, Seite 13) ihre angestammte Heimat verlassen mussten. Etwa 50 dieser Familien, darunter viele aus den abgelösten Orten Haag und Langenbruck, siedelten sich hier um den ehemaligen Sorghofbauern an.
Heute leben in Sorghof, einem Ortsteil der Stadt Vilseck, ca. 1.000 Menschen.Ihren Namen bekam die heutige Ortschaft vom Gut Sorghof, das hier näher beschrieben ist.

 

Ortschaft Sorghof

Das Reichkriegministerium ordnete mit Erlass vom 28.2.1936 die umgehende Erweiterung des bereits seit 1910 bestehenden Truppenübungsplatzes Grafenwöhr nach Westen hin an. Mit dem Grunderwerb und der Aussiedlung der Bevölkerung aus den betroffenen Ortschaften wurde die RUGES (Reichsumsiedlungsgesellschaft) beauftragt. Sie hatte eine schwierige Aufgabe zu lösen, denn in dem zu räumenden Gebiet lebten immerhin rund 780 Familien mit etwas über 3.500 Menschen (1, Seite 13), die in 459 rein landwirtschaftlichen Betrieben und 122 nebengewerblichen Höfen Arbeit und Brot hatten.

 

Das nahe Altneuhaus, dessen Mittelpunkt das ehemalige Hammergut gleichen Namens war, hatte bei der Ablösung 1937 sechs Hausnummern. Hier das Gutshaus, dessen letzter Besitzer Christian Streng mit seiner Familie war. (1, Seite 166) Links ist die alte Kapelle mit ihrem Zwiebelturm zu sehen, die der hl. Maria Magdalena geweiht war.

Die Sorghofer
feiern noch heute
am 4. Wochenende im Juli
ihre Magdalenenkirwa.
So richtig mit
"Baumaustanzen" usw.
(Foto aus 2)

 

 

 

 

 

 

Ab Juli 1937 wurde auf dem Gelände des alten Obersorghofes und des abgelösten Gutes Altneuhaus eine größere Menge Grund für eine neue Siedlung zur Verfügung gestellt. Kleinbauern, Gewerbetreibende und Arbeiter aus den abgelösten Dörfern sollten hier neuen Siedlungsraum erhalten.
Das gesamte Areal wurde in 44 Parzellen aufgeteilt. Auch Kirche und Schule waren bereits vorgesehen. Gebaut wurden einfache Häuser mit Stall und Scheune.

Das erste fertig gestellte Haus war das Anwesen Sichelstiel, Auerbacher Straße 2, es folgte die Gastwirtschaft Galler (Foto aus 5).

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gasthof zum Südlager ist heute ein China-Restaurant

 

Die neu entstehende Ortschaft sollte zunächst "Neuheim" heißen, wurde aber, da die Felder bis zu den Eichen am Kriegerdenkmal zum Sorghof gehören, dann "Sorghof" benannt.
In den Kriegsjahren wurde Sorghof zur Garnisonsgemeinde. DasStandesamt war auch zuständig für die Beurkundung von Wehrmachtsangehörigen im Südlager und von Luftwaffenangehörigen vom nahen Flugplatz Heringnohe. (nach 2)

Wahrscheinlich als Kriegsprovisorium wurde als Gemeindename „Langenbruck“ festgelegt, u. a. auch weil ein großer Teil des Grundes auf dem die ersten Häuser gebaut wurden, zum Gemeindegebiet des abgelösten Langenbruck gehört hatte. Diese offizielle Gemeindebezeichnung hielt sich dann bis zur Eingemeindung nach Vilseck im Jahre 1971.

 

 

Die Herz-Jesu-Kirche

Mittelpunkt des Dorfes Sorghof ist die in den Jahren 1950/51 gebaute "Herz-Jesu-Kirche".

 

"Wie in den Schriften des damaligen Pater Dr. Dr. Martin Fitzthum (Anm. Weber: er war Prämonstratenser) und in der Ortschronik nachzulesen ist, wurde bereits im Jahr 1938 die Reichsumsiedlungsgesellschaft mit der Planung einer neuen Kirche beauftragt. Nachdem der Bau durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges nicht mehr zustande kam, folgte im Jahr 1948 eine neue Räumung von Langenbruck und seiner umliegenden Ortschaften, die nach dem Ende des Krieges teilweise wieder besiedelt wurden.
Im Jahr 1947 wurde die Pfarrstelle der Expositur Langenbruck mit Pater Dr. Dr. Fitzthum wieder besetzt und der bereits 1938 geplante Kirchenneubau wurde nun in Sorghof in die Tat umgesetzt. Am 29. Mai 1949 fand die Gründung des Kirchenbauvereines Sorghof statt, zu dessen 1. Vorsitzenden Hans Weber berufen wurde. Zur Beschaffung von Geldmitteln wurde eifrig Theater gespielt. Dank großzügiger Spenden und der Unterstützung des Bistumes Regensburg konnte der Bau im Jahr 1950 beginnen. Erster Meilenstein war der Erste Spatenstich durch Geistlichen Rat Hösl am 14. August.
Maurermeister Rösch aus Sigl und Zimmermeister Kraus aus Sorghof führten den Neubau nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Becker aus. Zahllose Helfer unterstützen den Baufortschritt in vielfältigster Weise. So wurde das Mauerwerk größtenteils mit Steinen abgebrochener Häuser aus der alten Heimat hergestellt; dies erforderte mühsame Handarbeit. Die Glocken stammen von der damaligen Kirche in Langenbruck.
Nach nur einjähriger Bauzeit erfüllte sich mit der feierlichen Weihe am 19. August 1951 ein lang gehegter Wunsch der Sorghofer Bevölkerung. Das Bauwerk galt als Nachfolgerin der Kirche des Ortes Langenbruck, welcher im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes im Jahr 1938 geräumt werden musste." (3)

 

Die Einrichtung
der Herz-Jesu-Kirche
ist neuzeitlich, schlicht, aber
doch ansprechend.
Hier der ehemalige
Bischof von Regensburg
Manfred Müller (1982-2002)
bei einem Gottesdienst.
(Foto aus 2)

 

 

 

 

 

 

 

Ein besonderes Ereignis der Kirchengemeinde ist die Fußwallfahrt nach Gößweinstein. (Foto 2006, aus 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ehrenmal für die Gefallenen stand früher in Haag. Heute hat es seinen Platz bei der Kirche in Sorghof. (Foto links aus 2, rechts aus 7)

 

Diese drei Dolomitsäulen
stammen vom ehemaligen
Kreuzweg Langenbruck.
Der pensionierte Kunsterzieher
Herbert Warzecha malte
drei Kreuzwegbilder dafür.
Die Säulen wurden dann
im April 2003 feierlich
an der Altenweiher Straße
aufgestellt. (Foto aus 2)

 

 

 

Sorghof heute

 

„In den Nachkriegsjahren machten Tausende von Flüchtlingen in Sorghof Station. Hunderte blieben in den Barackenlagern von Heringnohe, viele in den Häusern von Sorghof. Amerikanische Mitbürger, die als Mieter bei Sorghofer Familien einquartiert waren und sind, zählen zum gewohnten Bild des Ortes. In all den Jahrzehnten entwickelte sich in Sorghof aus der „multikulturellen“ Einwohnerschaft - Umgesiedelte, Heimatvertriebene, Ausländer - eine verschworene Dorfgemeinschaft.
Heute zählt Sorghof zirka 1.000 Einwohner und hat sich zu einem schmucken Straßendorf gewandelt. ... In Sorghof fidet man ein funktioniertes Vereinsleben vor, dazu den neu erbauten zweigruppigen Kindergarten St. Barbara, vier Gaststätten (Sportheim, Schützenheim, ein Griechisches Lokal mit Pilspub Copacabana im vormaligen Gasthof Suttner und ein Chinesisches Restaurant im vormaligen Gasthof Galler) und eine Bäckereifiliale. Kirchlich ist die Expositur Sorghof an die Pfarrei Vilseck angebunden. In der katholischen Herz-Jesu-Kirche findet sonntags eine Frühmesse statt.“Bild und Text aus 2)
Der Gemeinderat von Langenbruck, dessen Ortsteil Sorghof ja war, beschloss am 1. Februar 1971 die Eingliederung in die Stadt Vilseck. Diese wurde durch Entscheidung des Bayer. Staatsministeriums des Innern mit Wirkung vom 1. April 1971 rechtskräftig vollzogen. Seither ist Sorghof ein Teil der Stadt Vilseck.

 

Das (ehemalige) Schulhaus in Sorghof

 

Nach der Einweihung des neuen Schulhauses Sorghof gemeinsam mit der benachbarten Kirche am 19. August 1951 konnte hier Anfang Oktober der Unterrichtsbetrieb aufgenommen werden. Das Schulhaus Altneuhaus, in das die hiesigen Kinder vorher gegangen waren, hatte bereits im September 1951 endgültig geräumt werden müssen.
Die Volksschule Sorghof (Grundschule) hatte dann noch bis 30. Juli 1972 Bestand, nachdem bereits drei Jahre zuvor die Klassen 5 mit 9 nach Vilseck eingegliedert worden waren. Zum 1. August des Jahres 1972 wurden die in Sorghof verbliebenen Klassen 1 mit 4 in die neu gebildete "Volksschule Schlicht (Grundschule und Teilhauptschule I)" umgegliedert. Das Schulhaus in Sorghof wurde bis 30. Juli 1980 für ausgelagerte Klassen der Volksschule Schlicht genutzt. (nach 8, Seite 132f)

 

Euren Eingang
segne Gott!

So steht groß über
der Eingangstür des
ehem. Schulhauses
in Sorghof.
In den fast 30 Jahren
seines Bestehens
sind mehrere Hundert
Kinder und Jugendliche
durch diese Tür gegangen.
Lehrkräften wie z.B.
Dinjer Hans, Englmann Emil,
Frankl Karolina, Gruber Robert,
Huttner Karl, Mrasek Walter,
Schober Andreas, Wicke Hubert
usw. wirkten hier.

Die Mädchen und Buben aus dem gesamten Gebiet besuchen seither die Volksschule Vilseck, nachdem ja bereits zum 1. April 1971 die Eingemeindung in die Stadt Vilseck erfolgt war.
Heute ist das ehemalige Schulhaus u. a. für die Musikschule und den Schützenverein Heimat.

 

 

 

Vereinsgemeinschaft Sorghof

Die Vorstände der Sorghofer Vereine trafen sich erstmals am 21. Februar 1964 zu einer gemeinsamen Besprechung im "Cafe Werner". Das war praktisch die Geburtsstunde der Vereinsgemeinschaft Sorghof (VGS).

verwendete Quellen

1

Griesbach, Eckehart, Truppenübungsplatz Grafenwöhr, Geschichte einer Landschaft, Behringersdorf 1985

2

Ertl, Wilhelm, Privatarchiv, Sorghof

3

Ertl, Wilhelm, Ein Gemeinschaftswerk der Nachkriegsgeneration, in Amberger Zeitung, Juni 2001

4

Chronik der Stadt Vilseck, herausgegeben 1981 zur 650. Wiederkehr der Stadterhebung

5

Zinnbauer, Willi, Privatarchiv, Sorghof

6

Chronik der Ortschaft Sorghof, Herausgeber Vereinsgemeinschaft Sorghof, 1988

7

Knauer, Armin, Privatarchiv, Grafenwöhr

8

Hierold, Eugen, Die Schulen Altneuhaus und Sorghof, in Chronik der Stadt Vilseck, Vilseck 1981

 

Alt-Sorghof und Entstehung der Ortschaft Sorghof:

Die Name der Ortschaft Sorghof dürfte auf den Begriff "Zarge" (Zarghof, später Sorghof) zurückgehen, der im Mittelalter für einen ummauerten Hof gebräuchlich war. Bereits 1460 stand am Weg von Vilseck nach Heringnohe ein Gehöft, der Newensorg benannt wurde. Heute steht dort in etwa das Haus am Hans-Ohorn-Platz 25. Angelegt wurde dieser Hof von einem Hans-Ohorner oder Ahorner.

Um das Jahr 1490 wird von diesem Hof, der fortan Obersorg genannt wird, ein neuer Hof, der Untersorg, an der Strasse nach Bayreuth gebaut. In der Folgezeit wechselten des öfteren die Besitzer beider Höfe. Auch die Hammerherren von Heringnohe und Altneuhaus waren zeitweise seine Besitzer.

Im Jahr 1552 überfielen Reiter des Markgrafen Albrecht Alkibiates von Kulmbach den Sorghof und plünderten ihn. Mit dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) kam das Ende für den Obersorg, er wurde gebrandschatzt und zerstört. Auch der Untersorg wurde geplündert, wurde aber nach dem Krieg noch von Dienstboten bewohnt.

In den Napoleonischen Kriegen, so um 1796 bis 1806 lagen starke französische Einquartierungen, meist Reiter, auf dem Hof. Im Jahr 1809 zogen starke französische Regimenter auf dem Weg nach Rußland am Hof vorbei und machten dort Quartier.

Ab Juli 1937 wurde auf dem Gelände des alten Obersorghofes und auf dem Grund des abgelösten Gutes Altneuhaus Raum für eine neue Siedlung zur Verfügung gestellt. Kleinbauern, Gewerbetreibende und Arbeiter aus dem abgelösten Teilen der Gemeinden im erweitertem Truppenübungsplatz Grafenwöhr sollten hier Wohnraum erhalten. Die neue Ortschaft sollte zunächst Neuheim heißen, wurde aber, da die Felder bis zu den Eichen am Kriegerdenkmal zum Sorghof gehören, dann "Sorghof" benannt.

Das Gelände wurde in 44 Parzellen aufgeteilt. Auch Kirche und Schule waren vorgesehen. Gebaut wurden einfache Häuser mit Stall und Scheune. Das erste fertiggestellte Haus war das Anwesen Sichelstiel, Auerbacher Strasse 2, es folgte die Gastwirtschaft Galler. In der Kriegsjahren wurde Sorghof zur Garnisionsgemeinde. Das Standesamt war auch zuständig für die Beurkundung von Wehrmachtsangehörigen im Südlager und Luftwaffenangehörigen vom Flugplatz Heringnohe.

Am 20.April 1945 wurde das Südlager von der amerikanischen Armee besetzt. Es fanden bis auf kaum noch Kampfhandlungen statt, es schlugen lediglich Geschosse der amerikanischen Artillerie von Hohenzant aus auf den Feldern südlich von Sorghof auf. Die Wehrmacht hatte die Brücken über die Wiesenohe und Schmalnohe gesprengt, was zu einer vorübergehenden Ausgangssperre für die Sorghofer führte.

Derzeitige Eigentümer des Gehöftes Sorghof sind Maria und Norbert Riha (seit 1982).

 

Siedlung Sorghof:

In den Nachkriegsjahren machten Tausende von Flüchtlingen in Sorghof Station. Hunderte blieben in den Barrackenlagern von Heringnohe, viele in den Häusern von Sorghof. Amerikanische Mitbürger, die als Mieter bei Sorghofer Familien einquartiert waren und sind, zählen zum gewohnten Bild des Ortes. In all den Jahrzehnten entwickelte sich in Sorghof aus der multikulturellen Einwohnerschaft - Umgesiedelte, Heimatvertriebene, Ausländer - eine verschworene Dorfgemeinschaft.

Im Jahr 2001 entstanden Pläne in Sorghof ein Baugebiet zwecks Wohnbebauung für Angehörige der US-Armee auszuweisen. Nachdem ein geeignetes Grundstück gefunden wurde und das Projekt auch im Stadtrat seine Zustimmung fand, konnte bereits im Frühjahr 2002 der Spatenstich vollzogen werden. Nur wenige Monate später waren die Neubauten einzugsfertig. Die ersten amerikanischen Mitbürger bezogen kurz vor Weihnachten 2002 in ihre schmucken Häuser ein. Der Bauträger, die Fa. Zapf schuf somit insgesamt 23 Doppelhäuser mit 46 Wohneinheiten. Alle Häuser wurden mit umweltfreundlichen Komponenten ausgestattet: Erdgasanschluss, Solarzellen und Abwasserentsorgung im Trennsystem. Die neuen Strassen im Baugebiet wurden in Erinnerung an alte Flurnamen vergeben: Große Leite und Obere Hut.

Im Jahr 2003 beschloss der Stadtrat die Aufstellung eines weiteren Bebauungsplanes. Das Baugebiet "An der Kürmreutherstrasse" befindet sich beim Friedhof in Richtung Sigl mit einer beschaulichen Hanglage zur Schmalnohe und umfasst circa 28 Parzellen.

Im Jahr 2004 soll mit der Erschliessung dieses Baugebietes begonnen werden. Die Stadt Vilseck hat hierzu 200.000 Euro in ihrem Haushaltsplan vorgesehen. Im "alten Neubaugebiet" an der Dr.-Fitzthum-Strasse hat in den letzten Jahre eine rege Bautätigkeit eingesetzt. Junge Familien und auch Amerikaner finden in Sorghof ein neues Zuhause.

Im Jahr 1996 stellte die Vereinsgemeinschaft Sorghof erstmals den Antrag an die Stadt Vilseck, den

Dorfplatz auszubauen. Dieser Antrag wurde jedoch zurückgestellt und erst sechs Jahre später erneut aufgegriffen und positiv befürwortet.

Die Planung übernahm Dip.Ing. Benno Meier, der die Vorstellungen der Sorghofer Vereine in seinem Ausbaukonzept berücksichtigte. Die ursprüngliche Kostenschätzung von 110.000 EUR konnte jedoch nicht eingehalten werden. Nach zähem Ringen konnte die Angebotssumme von ursprünglich 180.000 EUR durch die "abgespeckte Form" der Ausbaues auf 136.500 EUR reduziert werden. Im November 2003 wurde der Auftrag an die Firma Mickan vergeben und am 14.04.2004 erfolgte dann der lang ersehnte Spatenstich. Die Vereine werden hierzu verschiedene Eigenleistungen einbringen.

Heute zählt Sorghof circa 1.000 Einwohner und hat sich zu einem schmucken Straßendorf gewandelt.

In Sorghof findet man ein funktioniertes Vereinsleben vor, dazu den neu erbauten zweigruppigen Kindergarten St. Barbara, vier Gaststätten (Sportheim, Schützenheim, ein Pilspub mit Griechischen Lokal und Fischrestaurant) und eine Bäckereifiliale. Kirchlich ist die Expositur Sorghof an die Pfarrei Vilseck angebunden. In der katholischen Herz-Jesu-Kirche findet sonntags eine Frühmesse statt.

 

Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche

In Sorghof mangelt es nicht an Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Neben einer Skateranlage gibt es fünf weitere Spielplätze, die innerhalb und außerhalb der Ortschaft Sorghof verteilt sind.
Der Skaterpark von Sorghof wurde im August 2002 eröffnet, und hat eine kleine Vorgeschichte. Die Dorfjugend baute sich zunächst einer selbstge bastelte provisorische Anlage in der Dr.-Fitzthum-Straße.
Nachdem dies zu Problemen im Umfeld führte, beschloß der Stadtrat eine neue Anlage außerhalb des Dorfes zu bauen. Der Vorsitzende des SV Sorghof, Dipl. Ing. Benno Meier wurde mit der Planung beauftragt.
In Eigenleistung der Vereinsgemeinschaft wurde der Unterbau und die Asphaltierung der Anlage hergestellt. Eine Firma aus Hahnbach lieferte und montierte die aus mehreren Teilen bestehende Anlage. Skater und Inliner können heute ihre Künste an folgenden Geräten zeigen:
Kink-ledge Pyramide, Quarter pipe, Corner Bank, Olliebox, Jump Ramp, Handrail.

 

Sorghofer Ehrenmal

Das Sorghofer Ehrenmal stand ursprünglich in Haag, einer ehemals großen Ortschaft im jetzigen Truppenübungsplatz. Der damalige Veteranen- und Kriegerverein Haag ließ des Ehrenmal zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkrieges errichten. Bei seiner Generalversammlung am 21.12.1919 fasste der Verein den Beschluss.
Der Bildhauer Korbinian Haßlinger aus Burglengenfeld wurde mit der Planung des Ehrenmals zu einem Preis von 6500 Mark beauftragt. Eine sofort durchgeführte Sammlung unter den 41 anwesenden Mitgliedern erbrachte die stolze Summe von 2760 Mark.
Die Enthüllung und Weihe des Males am 29.8.1920 war für die gesamte Gemeinde Haag ein großer Festtag. Hierbei wurde den Gönnern und Spendern Dank und Anerkennung zuteil, vor allem Justizrat von Grafenstein, Rittmeister a.D. Hermann von Grafenstein und Rittmeister d.R. Adolf von Grafenstein.
Die Errichtung des Ehrenmales verursachte ein Defezit von 1693 Mark in der Vereinskasse. Man hoffte mit Tanz, Theater und Preiskegeln das Minus wieder auszugleichen. Bisher hatte man zu Ehren der Gefallenen und Vermissten auf solche Veranstaltungen verzichtet. Wie geplant wurden diese Festivitäten ein voller Erfolg. Ehrenvorstand Wöhrl schrieb am 28.8.1921 in die Chronik:
„Der umsichtige Kassier des Vereins, Johann Braun, konnte sich ins Fäustchen lachen und seine Kasse mit einem ergiebigen Betrag bereichern, zur vollen Deckung der Kosten des Kriegervereins“.
1938 wurde das Schicksalsjahr der Haager. Viele von ihnen mussten wegen der Erweiterung des Truppenübungsplatzes ihre geliebte Heimat verlassen. Viele siedelten sich in Sorghof an. Maurermeister Karl Leißl aus Sorghof, Nr. 30, ehemaliger Haager, holte deshalb das Ehrenmal von Hagg nach Sorghof und rettete es vor der Zerstörung.

Nach dessen Erweiterung in den Jahren 1937/38 wurde das Denkmal abgebaut und in Sorghof wiedererrichtet. Es befindet sich in der Dorfmitte am Dorfplatz, eingerahmt von der Kirche und dem Pfarrheim.
Das Ehrenmal trägt die Namen von Gefallenen und Vermissten aus der alten Heimat und der Ortschaft Sorghof.
Der Soldaten- und Kriegerverein hat sich die Pflege und den Erhalt des historischen Bauwerkes zu eigen gemacht. Schon seit vielen Jahren kümmert sich Karl-Heinz Kraus und seine Frau Maria um den Blumenschmuck am Ehrenmal.

Chronik des Ortes Langenbruck

Langenbruck wurde bereits unter den fränkischen Kaisern urkundlich erwähnt. Der Name Langenbruck geht vermutlich auf die alte Eisenstraße zurück, die von Pappenberg kommend durch Langenbruck führte. Das Wegstück durch die feuchte Frankenohe-Aue soll mit Holzbohlen ausgelegt gewesen sein, es führte daher den Namen „lange Brücke“ (um 1326 Langenprukke, 1444 Langenpruck, 1825 Langenbrucke). Vermutlich ist bereits zur Zeit der Karolinger in diesem Gebiet nach Erz gegraben worden und in unmittelbarer Nähe auf den zahlreichen Hochöfen und Eisenhämmern verarbeitet worden. Unter den letzten Karolinger bildete Vilseck mit Langenbruck ein Lehensgut der Markgrafen des Nordgaues.
905 wurde Vilseck und Langenbruck als kaiserliches Hammergut eingezogen und bestand unter den sächsischen Kaisern als Reichslehen fort. Trotzdem Kaiser Heinrich II. 1012 das Bistum Bamberg - dem auch die Vogtei mit Langenbruck zugeteil war – gründete, blieb die Pfarrei Vilseck und das zu seiner Pfarrei gehörende Langenbruck weiterhin mit dem Bistum Regensburg vereint. Unter Kaiser Barbarossa 1188 folgte für das Vilsecker und Langenbrucker Gebiet eine außerordentliche Blütezeit. Das Erzgebiet von Langenbruck war unmittelbar an das große Reichsverkehrsnetz jener Zeit, an die Handelsstraße Nürnberg-Grafenwöhr-Eger angebunden. Diese Blütezeit dauerte aber kaum einhundert Jahre, sie endete mit dem Aussterben der Hohenstaufer.
Besucher des Friedhofes Langenbruck werden mit dieser Tafel über die Geschichte von Langenbruck informiert.
Langenbruck lag 4,5 km nördlich von Vilseck auf einer Höhenfläche die sich gegen das Frankenohetal und dem Bürgerwald hin senkte, im Norden jedoch gegen Hellziechen und Haag leicht anstieg. Ostwärts bildete den Abschluß der Gemeinde der ca. 600 m hohe Schwarze Berg. Die Gemeinde Langenbruck (ca. 2560 ha. Gebietsfläche) zählte flächenmäßig zu den größten Gemeinden im Bezirksamt Amberg. Sie bestand aus den Ortschaften Langenbruck, Altneuhaus, Altenweiher, Bernhof, Erzhäusl, Betzlhof, Fenkenhof, Grünwald, Hellziechen, Kittenberg, Schindlhof, Wirlhof, Schwarzenhäusl, Schmierhütte, Heringnohe und Sorghof.
Mit allen dazugehörigen Orten zählte die Gemeinde Langenbruck 746 Einwohner. Die Bevölkerung verdiente ihr Brot als Bauern oder als Industriearbeiter. Die Gemeinde hatte zwei Schulen: in Langenbruck und Altneuhaus. Kirchlich gehörte sie zur Pfarrei Vilseck, besaß aber seit 1936 eine eigene Expositur mit Kirche, erbaut 1923/24. Pfarrhof, erbaut 1935 und Friedhof, erbaut 1932/33.
1936 erreichte die Bürger die Nachricht von der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.
Das Schreiben „Zum Abschied und Geleit“ des damaligen Langenbrucker Bürgermeisters Suttner vom 17.11.1937 gibt gut die Gemütslage der Menschen wieder, die durch die Erweiterung des Truppenübungsplatzes ihre angestammte Heimat verlasen mussten:
„Und Ihr Bauern, die ihr so sehr mit Grund und Boden verwachsen seid, nehmt Euch etwas Heimaterde mit und senkt sie dort, wo Ihr hinkommt, ins neue Land, auf daß es Euch wieder zur Heimat werde. Nehmt auch ein wenig Heidekraut mit Euch, denn wer von der Heide stammt, den läßt die Heide niemals los, unstillbar ist sein Sehnen nach ihr. ... Und nun ein letztes Lebewohl und der letzte Gruß mit der Mahnung: Vergesset Euere Heimat nicht!“ (Chronik der Standortverwaltung Grafenwöhr, II, Seite 109 f)
Gegründet wurde der Truppenübungsplatz 1908. Am 30.6.1910 wurde mit einem ersten Artillerieschuss der Platz in Betrieb genommen. Im Ersten Weltkrieg war in Grafenwöhr mit 23.000 Kriegsgefangen das größte Gefangenenlager Bayerns. In den 30-Jahren mussten wegen des NS-Rüstungswahns die 3500 Bewohner aus 57 Dörfern für die Erweiterung des Übungsplatzes ihre Heimat aufgeben.
Die Absiedlung von Ortschaften aus dem Gebiet der Gemeinde Langenbruck begann jedoch bereits vor dem 1. Weltkrieg. Betroffen waren damals die Untere Schmierhütte, Erzhäusl und das Schwarzenhäusl. Der größte Teil der Gemeinde Langenbruck wurde jedoch 1838/39 in die Erweiterung des Übungsplatzes einbezogen, mit Ausnahme der Orte Gut Sorghof und Heringnohe. 150 Familien auf 90 Anwesen mußten ihre Heimat aufgeben. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das vollständig erhaltene Langenbruck und die umliegenden Gehöfte teilweise wieder besiedelt. Viele Vertriebene hofften, hier eine neue Heimat zu finden.
Am 1.10.1948 kam jedoch das engültige Aus. Die Häuser um Langenbruck bis hinein nach Bernhof (Scheibenhof) mußten bis zu diesem Stichtag geräumt werden. 440 Altbürger und 270 Heimatvertriebene mußten das Langenbrucker Gebiet verlassen. Die Gebäude wurden durch die US Streitkräfte zum Abbruch freigegeben.
Ein Gedenkstein an die alte Kirche von Langenbruck erinnert noch an den Standort des damaligen Gotteshauses, erbaut im Jahr 1923/24.
Link zur Ahnentafel von Langenbruck: http://www.genealogie-kiening.de/U1/U1108.HTM

 

Rückblicke auf den Dorfplatzbau in Sorghof

Die Geschichte des Haager/Sorghofer Ehrenmales
In seiner Generalversammlung vom 19.12.1919 fasste der damalige "Veteranen - und Kriegerverein Haag" (gegründet 18.10.1896 von Rittmeister Paraquin) den Beschluss, für die gefallenen Kameraden des 1. Weltkrieges (1914-1918) und des Deutsch-Französischen Krieges (1870-71) ein Kriegerdenkmal zu errichten. Den Bildhauer Korbinian Haßlinger aus Burglengenfeld beauftragte man mit der Planung des Ehrenmales zum Preis von 6.500 Mark. Eine sofort durchgeführte Sammlung unter den Mitgliedern erbrachte die stolze Summe von 2.760 Mark.
Die Enthüllung und Weihe des Denkmales am 29.8.1920 war dem Verein und der Gemeinde Haag ein Festtag. Dieser Tag begann mit einem Kirchenzug, angeführt vom Veteranen - und Kriegerverein Haag, gefolgt von der Freiwilligen Feuerwehr Haag, dem Burschenverein "Edelweiß" Haag und dem Veteranen - und Kriegerverein Vilseck Haag. Der am Nachmittag geplante Festzug entfiel wegen des schlechten Wetters. Der damalige 1.Vorstand Georg Regler ernannte den Lehrer Georg Wöhrl wegen seiner Verdienste um den Bau des Ehrenmales zum Ehrenvorstand. Er dankte auch allen Spendern für die teils außerordentlich hohen Zuwendungen.
Durch die Errichtung des Ehrenmales wies die Vereinskasse ein Defizit von 1.693 Mark aus und man hoffte den Minusstand mit Tanz, Theateraufführungen und Preiskegeln auszugleichen. Zu Ehren der gefallenen und vermissten Kameraden hatte man bis dato darauf verzichtet. Wie erhofft, wurden all diese Veranstaltungen ein voller Erfolg. Ehrenvorstand Wöhrl schrieb am 28.8.1921:
"Der umsichtige Kassier des Vereins, Herr Johann Braun, konnte sich im Stillen ins Fäustchen lachen und seine Kasse mit einem ergiebigen Betrag bereichern, zur vollen Deckung der Kosten des Kriegerdenkmales."
1938 wurde dann das Schicksalsjahr der Haager. Wegen der Erweiterung der Übungsplatzes mussten sie ihre Heimat verlassen. Viele von ihnen siedelten sich in Sorghof an. Maurermeister Karl Leißl aus Sorghof, Nr. 30 - ein ehemaliger Haager - fasste sich ein Herz und holte das Ehrenmal von Haag nach Sorghof und rettete es so vor der Zerstörung.